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History
BASEMENT feierte Geburtstag
Vom Provisorium zur festen Größe der Kölner Musik-Szene
Von Horst Piegeler
Wenn in der neueren Kölner Musikgeschichte jemals ein Klo eine über das Normale herausragende Bedeutung erlangt hat, dann dieses: Das Pissoir "unger d'r Kirch" - jene Stätte der Erleichterung im "Basement" dem Rock- Gewölbe unter der Christuskirche in der Herwarthstrasse. Denn hier begab es sich, dass ein gewisser Klaus Heuser sich einem gewissen Wolfgang Niedekken vorstellte und ihm offenbarte, dass er eine gewisse Band namens BAP "Scheiße" fände. Wenig später war der Kritiker der neue Gitarrist der Band. 20 Jahre ist das nun her und vielen anderen Bands ging es damals genauso so wie BAP.
Auf dem angepeilten Weg nach oben mussten sie erst mal nach unten, in das Tonnengewölbe des Basement, das in diesen Tagen seinen Geburtstag feiert.
20 JAHRE ROCK unger d’r Kirch
Kein Platz für Newcomer
aber was heißt hier mussten, die Bands wollten hier spielen. Denn damals träumten die Bands noch von Auftrittsmöglichkeiten, wie sie Köln mit seinen Hallen, Sälen und Clubs aller Größenordnungen heutzutage zu bieten hat. Vor allem an kleinen Clubs für die Newcomer mangelte es, während die etablierten Rocker im Sartory, in der Mülheimer Stadthalle sowie in der Sporthalle selig loslegen konnten. Ein paar Jugendzentren versuchten zwar diese Lücke zu füllen. Doch sie hatten das was man heute einen "Standortnachteil" nennen würde: Sie lagen entweder zu weit vom Schuss, oder die Musik drang so laut nach draußen, dass es die Ohren der Nachbarn schmerzte.
Georg Treuland , Presbyter der evangelischen Christuskirche hatte durch einen Bericht im "Kölner Stadt-Anzeiger" von den Nöten der Musiker erfahren. Und er wusste zu helfen: Er bot der Musiker-Initiative " Alternative Rock in Köln " den gerade frisch renovierten Jugendkeller als Auftrittsmöglichkeit an - ein Silberstreif am Horizont. Als dann auch noch der Studio-Guru Conny Plank nach einem Besichtigungstermin meinte, das Gewölbe eigne sich gut für Konzerte, wurde eine erste Konzertreihe aus der Taufe gehoben. Sechs Drummer, darunter Tommy Engel, rührten auf dem Neumarkt die Werbetrommel.
Gleich beim ersten Konzert - es spielten die "Lilac Angels " aus Düsseldorf (!) lernten die Veranstalter den Umgang mit roten Zahlen. Doch dann ging die Post ab: Vor oftmals vollem Haus, besonders bei den Lokalmatadoren " Dick & Alex " wurde der Begriff "avrocke" erfunden. Sehr zum Leidwesen der Anwohner: Denen ging der Krach von denen bis zu vier Konzerten pro Woche gewaltig auf die Nerven.
Schließlich wurde ein Kompromiss gefunden: Nur noch ein Konzert pro Woche. Doch damit riss der Kontakt zur internationalen Tournee-Szene ab. Über all die Jahre blieb das Basement unter der Regie von Helmut Wedde trotzdem Anlaufstelle für Musiker und die POPKOMM gab dem Konzertbetrieb wieder Auftrieb.
Das 20jährige wurde gefeiert mit Alex und seiner Oriental Experience mit Hiss und den Dreckelijen Krätzchen von Gerd Köster und Frank Hocker.
Erstellt am 13/08/2004 01:29 von Guido
Aktualisiert am 13/08/2004 01:32 von Guido
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